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Hans Läubli - Kantonsrat ZH

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Artikel (Kantonsräte meinen) im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern,  24. Juli 2009

 

Sommergedanken

Vor 12 Jahren haben meiner Lebenspartnerin und ich uns entschlossen, aus der Stadt Zürich nach Affoltern am Albis zu ziehen. Die ländliche Gegend und die Nähe zur Natur war einer der Hauptgründe dafür. Ich verbringe jeweils auch einen Teil der Sommerferien hier, so auch dieses Jahr, gehe wandern und schwimmen. So wandere ich der Reuss entlang, geniesse das Wasser, freue mich an den vielen Vögeln, den im Fluss badenden Menschen, der Ruhe.

In Ottenbach soll, geht es nach dem Willen der kantonalen und lokalen Behörden, bald Schluss sein damit. Eine 9 Meter breite Umfahrungsstrasse wird das Naherholungsgebiet durchqueren und Ottenbach von der Reuss abtrennen. Sowohl die erholungssuchenden Menschen am Reussufer sowie die Fauna und Flora werden vom Lärm und den Abgasen vertrieben, eine Idylle vor der Haustüre ist zerstört. Die Menschen aus der Umgebung werden ins Auto hocken um über die Umfahrungsstrasse auf die Autobahn zu gelangen über die sie dann vielleicht in der Innerschweiz in eine ruhige Ecke gelangen, in der sie sich erholen können.

Unsere Behörden betonen immer wieder, wie sehr sie sich für den ländlichen Charakter unseres Bezirks einsetzen und ihn erhalten wollen. In Tat und Wahrheit tun sie genau das Gegenteil. Sie setzen alles daran, ihn zu zerstören. Sie engagieren sich für den Ausbau des Strassennetzes, setzen sich für den Bau von Einkaufszentren ein und planen bei jeder Gelegenheit die Erweiterung von Bauzonen. Derweil erwärmt sich unser Klima, verdichten sich die Schadstoffe in unsere Luft und verschwinden hunderte von Arten in der Tier- und Pflanzenwelt.

Wie ich in Ottenbach der Reuss entlang spaziere komme ich einmal mehr zum Schluss, dass es sich lohnt, sich für den Erhalt dieser Oase einzusetzen und den Widerstand gegen diese Umfahrungsstrasse nach besten Kräften zu unterstützen so wie ich mich zusammen mit anderen ökologisch gesinnten Menschen gegen die weitere Zerstörung des noch verbleibenden Restes der Naherholungsgebiete in unserem ländlichen Bezirk einsetzen werde. Vernünftige Alternativen sind genügend vorhanden.