Rund 170 Kulturschaffende haben mit ihrem Beitritt zum Kommitee meine Nationalratskandidatur, die ich explizit als eine Kandidatur für Kunst und Kultur geführt habe, mit ihrem Namen und/oder einer Spende unterstützt und dafür geworben. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich.
Für einen Sitz hat es, wie zu erwarten war, nicht gereicht. Das Thema Kultur konnten wir jedoch, zumindest bis zu einem gewissen Punkt, im Zürcher Nationalratswahlkampf einbringen. In einer vom «Komitee eine Stimme für Kunst und Kultur nach Bern» organisierten Veranstaltung im Theaterhaus Gessnerallee mussten die beiden bürgerlichen Nationalrätinnen Kathy Riklin und Doris Fiala und der SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi zum Thema Bundes-Kulturförderung gegenüber zwei aus dem Kulturbereich heraus kandidierenden Konkurrenten und einer Kulturredaktorin von Radio DRS Red und Antwort geben. Zumindest Kathy Ricklin hat sich hernach aktiv für die Anliegen der Kulturschaffenden in der Debatte um die eidgenössische Kulturbotschaft ins Zeug gelegt und Doris Fiala hat sich überraschend für die Erhöhung des Filmkredits eingesetzt, die sie kurz zuvor in der zuständigen Kommission noch abgelehnt hatte und die schlussendlich, dank geschlossenen Zustimmung der Grünen und der SP und der Unterstützung eines Teils der CVP, FDP, BDP und GLP von den Eidgenössischen Räten dann angenommen wurde. Alle anderen, für die Kulturschaffenden wichtigen Anliegen wurden jedoch leider verworfen. Hier stimmten die Grünen und die SP immer noch geschlossen, die Vertreterinnen der CVP und der FDP jedoch nur noch vereinzelt zu. Das Abstimmungsverhalten siehe hier (anklicken).
Es zeigte sich einmal mehr, dass ein kontinuierliches Engagement von Kulturschaffenden auf kantonaler Ebene dringend notwendig ist, wenn kulturpolitische Anliegen durchgesetzt werden wollen. Denn die wichtigsten öffentlichen kulturpolitischen Engagements gehen Kanton Städte und Gemeinden ein und die Wahlen sowie die wichtigsten Entscheidungen finden hier statt. Einzelne Künstlerinnen, Künstler und Kulturveranstalter setzen sich zwar punktuell mit mehr oder weniger Erfolg für ihre individuellen Interessen ein, eine breite kulturpolitische Lobby ist in der Stadt und im Kanton Zürich jedoch inexistent. Niemand könnte sich aber so wirkungsvoll für die kulturpolitischen Anliegen einsetzen, wie Künstlerinnen, Künstler und Kulturveranstalter selber.
Nun möchte ich versuchen, mit den rund 170 Mitgliedern des Komitees als Kern, eine Zürcher Kulturlobby über alle Kultursparten ins Leben zu rufen, die sich längerfristig, spartenübergreifend und unabhängig für die Anliegen der Kunst- und Kulturschaffenden und für das Kulturleben in der Stadt und im Kanton Zürich einsetzt, den Politikerinnen und Politikern auf die Finger schaut und ihnen Beine macht.
Wer der Zürcher Kulturlobby beitreten und/oder aktiv mitwirken möchte, kann sich über das Formular (anklicken) anmelden. Falls ich genügend positive Rückmeldungen erhalte, werde ich in nächster Zeit eine erste Versammlung zur Gründung einer Zürcher Kulturlobby einberufen.